Entdecken Sie in den Schmuckepochen die schönsten Spuren der Zeit

Schmuck übt schon lange einen besonderen Zauber auf uns aus. Denn Schmuck und Mode kleiden die Menschen immer wieder neu und zeichnen so den Wandel der Gesellschaft nach – mit veränderter Formensprache, frischen Motiven oder neuartigen Macharten. Mal konzentrieren sich die Künstler auf Formen oder Farben, dann wieder stellen sie Materialien oder eine bestimmte Technik in den Vordergrund. Lesen Sie hier, wie sich die Schmuckepochen seit Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt haben. Vielleicht erkennen Sie ja die eine oder andere Ausprägung Ihres Schmuckstücks wieder.

Historismus (ca. 1780–1890)

Die Epoche im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert zeichnet sich durch verspielte Designs aus. Naturgetreue Blumenmotive waren besonders beliebt. Deren Blatt- und Blütenformen wurden gestanzt, gepresst oder maschinell gehauen und nachziseliert. Halsketten wurden kurz und eng um den Hals getragen. Im Historismus kam die berühmte Cannetille-Technik auf. Dabei fertigten die Goldschmiede ein spiralförmiges Golddrahtgerüst zu Ranken und Bögen, die sie mit Blüten und Blättchen verzierten und manchmal zusätzlich granulierten. Beliebte Edelsteine zu dieser Zeit waren etwa Amethyste oder Türkise. Tiffany & Co. machte sich in dieser Ära (1886) mit der berühmten Solitärfassung einen Namen.

Belle Époque (ca. 1884–1914)

Die «schöne Epoche» bezeichnet eine Zeitspanne von 1884 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der damalige Schmuck war im sogenannten «Garland Style» girlandenartig konzipiert. Die anmutigen Designs in hochsymmetrischen Formen wurden von Rokoko-Mustern aus dem 18. Jahrhundert inspiriert und aufwändig gearbeitet. Die Steine – vorwiegend Diamanten – wurden häufig in einer Millegriffes-Fassung in feinster Technik festgehalten und sollten dem Objekt prickelnde Leichtigkeit verleihen.

Jugendstil (ca. 1890–1920)

Namensgeber dieser Stilepoche war die künstlerische Wochenzeitschrift «Jugend». In Paris entwarf der Schmuckkünstler René Lalique ab 1885 neue Formen und Farbenwelten und liess sich dabei vom Symbolismus und den Formen der Natur inspirieren, etwa von Lilien, Libellenflügeln, Schmetterlingen oder auch Früchten. Dabei bevorzugte er Materialien wie Glas, Email, Perlmutt, Elfenbein und Horn. Auch Glaskünstler Louis Comfort Tiffany oder Josef Hoffmann aus der Wiener Werkstätte perfektionierten ihr Kunsthandwerk im Jugendstil. Sie rückten die handwerkliche Ausführung und die Originalität des Sujets in den Mittelpunkt. Der Russe Peter Carl Fabergé wurde mit seinen «Objets d’art» berühmt, insbesondere mit seinen Prunkeiern, die er für den Zaren anfertigte. Er war der Meister in der Kunst der Emaillierung.

Art déco (ca. 1920–1940)

Diese Stilrichtung prägte die Zeit zwischen den Weltkriegen. Ihr Name stammt von der grossen Weltausstellung des Kunstgewerbes 1925 in Paris. Konventionelle Lebensformen wurden über Bord geworfen und die Formensprache ging zu einer nüchternen Sachlichkeit mit kühlen Farben und klaren Formen über. Der sogenannte Doppelclip stammt aus den 1920er-Jahren und blieb bis in die 1950er-Jahre beliebt. Als Brosche oder als zwei identische Clips wurde er am hüftlangen Pulli, Revers, Gürtel, Hut oder an der Handtasche getragen. Ebenfalls typisch für diese Epoche war weisser Schmuck, vorwiegend aus Platin. Mit der Entdeckung des Königsgrabs von Tutanchamun wurde auch Ägypten wieder ein Thema. Die wichtigsten Vertreter des Art déco waren Fouquet, Cartier (Tutti-frutti-Stil), Boucheron, Van Cleef & Arpels, Slutzky, Gropius, Moser und Jensen.

1940er-Jahre

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam die Schmuckproduktion in Europa erst einmal zum Erliegen. So wurde der sogenannte Retro- oder Cocktailstyle aus den USA erst Ende der 1940er-Jahre in Europa nachgeholt. Dabei vereinten sich Stilelemente aus dem Art déco, Modernismus sowie Maschinenzeitalter und schufen auffällige Formen und dramatische Effekte; zum Beispiel die Kombination von Rotgold und Rubinen in einer prächtigen Garnitur. In dieser Zeit dominierte Goldschmuck und gleichzeitig kamen breite Armbänder in Mode. Van Cleef & Arpels erfand 1935 das «invisible setting» – eine unsichtbare, aufwändige Pavé-Fassung, bei der die Steine kalibriert geschliffen und unsichtbar auf einem Gitter befestigt werden. Die Ballerina-Broschen des Traditionshauses waren ebenfalls sehr beliebt.

1950er-Jahre

Dieses Jahrzehnt zeigte sich wieder etwas zierlicher mit einer Tendenz zum Naturalismus. Typisch für die 1950er-Jahre ist die Kombination von Gelbgold und Türkis. Jeanne Toussaint, die langjährige künstlerische Leiterin von Cartier, hatte sich schon früh vom Fell der Raubkatze inspirieren lassen. Erst eine 1948 geschaffene Panther-Brosche für die Herzogin von Windsor begründete die Panther-Mode – und rief das Symbol des Hauses ins Leben. Die Schmuckdesigns von Pierre Sterlé in der Gestalt von geschmeidig geflochtenen und gedrehten Colliers oder Goldbracelets, die mit Fransen und Perlen geschmückt waren, verhalfen dem Künstler zu internationalem Renommee.

1960er-Jahre

Dieses Jahrzehnt erlebte ein Revival des weissen Schmucks, diesmal eher aus Weissgold und oft in Kombination mit Perlen, Onyx oder Brillanten. Das verlieh dem Schmuck die für jene Zeit typische kühle Anmutung. Die Formensprache wurde wieder streng und geometrisch. Der Däne Georg Jensen machte sich mit seinen klaren, abstrakten Formen einen Namen. Modeschöpfer wie zum Beispiel André Courrèges entwarfen Schmuck als Accessoires zu ihren Kollektionen. Mit der Hippiekultur stieg ausserdem die Begeisterung für indischen Schmuck.

1970er-Jahre

In den 1970er-Jahren dominierte ein weich fliessender, aus Skandinavien (Lapponia) stammender Stil, der sich an abstrakten Naturformen und den unebenen Oberflächenstrukturen von Hölzern orientierte. Die Schmuckstücke aus jener Zeit präsentieren Asymmetrien und spezielle Oberflächen mit unregelmässigen Riefen, die wie zufällig entstanden wirken und zum Beispiel an Baumrinde erinnern. Der typische Stil von Bulgari zeigte Objekte mit strukturiertem, symmetrisch und kompakt angeordnetem Gold sowie Farbenspiele facettenreicher Edelsteinkombinationen.

1980er-Jahre

In diesem Jahrzehnt kehrte ein üppiger, repräsentativer Stil zurück, in dem sich Gelbgold, Diamanten und die drei Klassiker Rubin, Saphir und Smaragd zu effektvollen Schmuckstücken verbanden. Farbsteine wurden gerne im Cabochonschliff verarbeitet und Goldketten aller Art waren sehr beliebt.

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